EVE Online – Ohne Titel

Prolog
Sie haben mich tatsächlich ausgesetzt. Genau so, wie man füher auf einer einsamen Insel die Aussätzigen ausgesetzt hatte.
Fühle mich verdammt einsam. Hier im Niemandsland. Oto heisst das System hier. Muss verdammt aufpassen.
Ob sie mich noch beobachten? Der Horde traue ich alles zu.

1. Woche
Mein ‚Schiff‘, wenn man es denn so nennen kann, ist eine Reaper.
Schilde 0 %, Panzerung und Struktur je 17 %. Rechts und links aussen hat das Schiff so kleine Flügelchen. Wahrscheinlich Energie-Absorber.
Man hat dort so kleine gelbe Kreise draufgemalt.
Damit sie mich besser erkennen können, haben sie gesagt. Sehr lustig.
Kraucht einiges Gesindel hier herum. Nennen sich Guristas. Darf denen nicht in die Hände fallen.
Gestern hatte ich wirklich Glück. Habe in einem Belt in den Trümmern nach etwas brauchbarem gesucht und eine noch intakte Drone entdeckt.
Eine Hobgoblin. Habe sie sofort in meinem Hangar aufgenommen und untersucht. Etwas ramponiert aber ansonsten noch ganz gut zu gebrauchen.
In einem der Wracks fand ich einen schwachen Civilian Miner. Damit fing ich gleich an, ein paar Brocken herauszuholen.
Ganz in der Nähe habe ich eine Mining-Kolonie gefunden. Für ein paar ISK wurde ich das Erz dort los.

2. Woche
Habe Jo getroffen. Am Abend in der Bar der Station. Redet nicht viel. Fliegt aber schon eine Mining-Fregatte.
Hat mir angeboten, doch einmal mit ihm zu fliegen und zu minern.
„Kannst bestimmt noch was lernen dabei“ sagte er zu mir. Am nächsten morgen gings los. Es war wirklich toll, in einer Fregatte zu fliegen.
Jo warf die Miner an, sein Schiff hatte zwei Stück davon und lehnte sich dann ganz entspannt zurück.
„Jetzt haben wir Zeit“ sagte er, „der Erzhangar packt 5000 Kubikmeter“. Und dann legte er los. Erst kamen die verschiedenen Erzsorten, dann die Miner und danach das Schiff, dass er gerne hätte.
Eine Orca sollte es sein. Aber dafür müsse er noch viel minern.
An diesem Tag sind wir noch ein paarmal hin und wieder zurück zur Station geflogen. Einmal hatten wir im Belt eine Begegnung mit einem Piraten.
Jo hat nicht mal mit der Wimper gezuckt. „Jetzt pass mal auf“ hat er gesagt und schickte seine zwei Dronen los.
Dann aktivierte er noch die civile Shield-Reparatur und lehnte sich zurück. Die Dronen, zwei Hornet , wurden schnell mit dem Guristas fertig.
Der Schild-Booster hat den Schaden, den der Pirat verursachte, schnell behoben. Ein Salvager, den Jo auch noch installiert hatte, holte noch ein gutes Stück aus dem Wrack heraus.
Jo schenkte es mir. Ich war sprachlos. „Dafür kommst du morgen wieder mit“! Und so war es.

3. Woche 
Gestern abend an der Bar beugte sich Jo zu mir herüber.“Muss dich mal was fragen“, sagte er ganz leise zu mir. „Nur zu“ antwortete ich.
„Hab was zu erledigen und brauch dafür dein Schiffchen. Für ungefähr drei Tage. Kannst in der Zeit meine Fregatte haben“.
Soviel hatte Jo kaum mit mir geredet. Ich willigte ein. „Ach ja, was du minerst, gehört natürlich dir“, fügte er noch hinzu.
Jetzt war ich schon zwei volle Tage mit Jo’s Fregatte hier im Belt unterwegs. Es war toll. So viel Platz hatte ich in meiner Reaper nicht.
Es gab hier eine Kombüse und einen Ruheraum. Alles vom Feinsten. Ich dachte mir gerade, so könnte es noch gut vier Wochen weitergehen – als plötzlich das Funkgerät ansprang. Es war Jo. „Brauch deine Hlfe. Komm so schnell du kannst. Bin hier im System Hysera“. Dann brach die Verbindung ab. Ein paar Sekunden später kam eine Mail herein. Es waren Koordinaten, die mir Jo noch geschickt hatte. Die zwei Miner, die ich noch in Betrieb hatte, schaltete ich sofort ab. Dann brachte ich die Erzfracht zur Station und dockte gleich wieder ab.
Ganz vorsichtig näherte ich mich dem ersten Sprungtor. Ich flog bis ca. einhundert  km heran. Von hier aus konnte ich sehen, ob nicht eine Überraschung am Tor auf mich wartete. Alles war ruhig. Also warpen und springen. Jetzt war ich in Nagamanen. Rund ums Tor waren nur zwei Frachter zu sehen. Keine Gefahr für mich. Also, weiter zum nächsten Tor. Auch hier war nichts von Belang. Wieder warpen und springen. Diesmal hiess das System Hasmijaala. Nun wurde ich doch langsam nervös. Ein Sprung noch und ich war in dem System, wo ich Jo treffen und ihm helfen sollte.
Also, wieder vorsichtig dem Tor nähern. Drei harmlos aussehende Händlerschiffe waren um das Tor herum verteilt. Jetzt Galts.
Rein und springen. Nach dem Sprung dauert es immer ein Weilchen, bis sich die Augen an die neue Umgebung gewöhnt haben.
Ich war zu spät gekommen. Jo’s blassen Körper sah ich sofort.  Ein paar Schläuche verbanden ihn noch mit dem Wrack seiner Kapsel.
Das Wrack meiner Reaper erkannte ich an den aufgemalten gelben Punkten. Das hier hatten die Guristas nicht getan. Erstens hielten sie sich selten an den Sprungtoren auf und zweitens zerstörten sie keine Kapseln. Ich vermutete, dass die Horde dahinter steckte.
Mein Schiff war ja leicht zu erkennen gewesen. Was waren das für Koordinaten, die Jo mir geschickt hatte? Hier war für mich nichts mehr zu tun, also machte ich mich auf den Weg dorthin.

Epilog
Jetzt habe ich ein Signal. Ich krieg euch!
Meine Thorax hat sich in allen Kämpfen sehr gut bewährt. Acht von den siebzehn der Horde habe ich schon erledigt. Bin jetzt im System Erila.
Irgendwo hier habe ich zwei von ihnen entdeckt. Also, Sonden auswerfen und suchen.
Bei den Koordinaten, die mir Jo geschickt hatte, fand ich einen Container. Den musste er ausgeworfen haben, bevor er am Tor auf mich wartete.
Im Container befanden sich etwa dreitausend Plex und noch einige andere nützliche Gegenstände wie Booster und Implantate.
Hab sofort alles an Bord geholt und erst einmal tief Luft geholt. Das war jetzt alles meins. Danke Jo! Ich werde dich rächen.

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