EVE Online – Damsel in Distress

 

Damsel in Distress

Es freut mich immer wieder, mit Ihnen Geschäfte zu machen Miss Lismus“, sagte der Agent und legte die Missionsberichte beiseite, „Die Missionsbelohnung inklusive Kopfgelder wurden Ihnen soeben auf das Konto transferiert.“

Die junge Brutorfrau mit den langen, dunkelbraunen Haaren nickte.

Und die Nächste“, sagte Nihi knapp. Der Agent schob ihr eine Mappe hin.

Das sollte in etwa Ihrem Geschmack entsprechen“, kommentierte er. Nihi schlug die Mappe auf und die blassgrünen Augen überflogen den Text auf der digitalen Anzeige.

Hm… junge Frau entführt… Kruul… Irgrus…“ las Nihi halblaut und akzeptierte, indem sie ihre Identifikationsnummer eintippte.

30 Minuten“, sagte sie und verließ das kleine Büro des Agenten.

Sie lief durch die belebten Gänge der Station, in denen die verschiedensten Wahren feil geboten wurden. Hier ein Tätowierer, dort ein Geschäft für Lebensmittel, ein Schneider und viele viele Bars.

Endlich kam sie zu ihrem Hangar.

Schnell war die Identifikation ihrer selbst abgeschlossen und die Tür zum POD-Raum öffnete sich. Sie hasste es, in diese Flüssigkeit zu steigen. Sobald sie einmal darin war, ging es dann.

Die Techniker, die ihr helfen sollten warteten bereits und begrüßten sie mit einer unauffälligen Handbewegung. Sie streifte sich die Kleider von ihrem sportlich schlanken, hellbraunen Körper, legte sie feinsäuberlich zusammen und verstaute sie in einem Spind. Ein eisiger Wind legte sich um ihre entblößten Hüften.

Sie wurde nicht rot, obwohl sie alleine und nackt in einem Raum mit mehreren Männern stand. Dafür war das schon zu lange Routine.

Sie ging mit leicht federndem Schritt auf die – im Boden versenkte – Kapsel zu, deren Inneres mit dieser widerwärtigen Flüssigkeit gefüllt war.

Zwei Techniker hielten sie an ihren Händen und halfen ihr beim Einsteigen. Ihre Zehen durchstießen als erstes die schimmernde Oberfläche und erzeugten kleine Wellen.

Sie ließ sich hinab, bis sie auf dem Rand der Kapsel saß und ihre Waden sich langsam an das kalte Medium gewöhnten. Dann glitt sie hinab in den hydrostatischen Tank. Die Flüssigkeit umschloss mit ihrem kalten Griff ihren gesamten Körper bis zum Hals. Noch stand Nihi im POD.

Dann kam das übliche elektrische Kribbeln, als die Techniker die Kabel an ihre Neuroflansche anschlossen. Sie setzte sich derweil die Kabelhaube mit der Gesichtsmaske auf. Noch ein letztes Kribbeln, dann merkte sie noch, wie ihr Körper zusammensackte.

Ab diesem Augenblick war sie ein Teil des PODs.

Die Kapsel wurde verschlossen und durch eine Mechanik in ihr Raumschiff befördert.

 

Schweigend schwebte die mächtige Cyclone, die von ihrer Besitzerin liebevoll „Cane Jr.“ genannt wurde, im Hangar. Lang und schmal wirkte sie mit den Kiemenähnlichen Sensorpaneelen am Bug wie ein Raubfisch, der nur auf sein nächstes Opfer wartete. Ein kleines eiförmiges Etwas – der POD – wurde soeben in sie eingebracht. Und aus dem stummen Riesen wurde ein Monster. Sofort liefen die Triebwerke an und ein elektromagnetisches Donnergrollen durchströmte den Hangar. Lampen flammten auf. Die Waffen durchliefen einen Funktionstest. Dann zündeten die Triebwerke und der Schlachtkreuzer ritt auf einem Strahl aus Feuer aus der Schleuse hinaus in die kalte Leere des Weltraums.

 

Nihi gab mental sofort den Befehl, zum Sprungtor zu warpen.

Das würde eine kurze Mission werden, ohne Komplikationen.

Kaum aus dem Warp, befahl sie zu springen. Das alles geschah, ohne dass sie auch nur einen Finger rühren musste, was im komaähnlichen Zustand – in dem sich der Körper befand – auch gar nicht möglich gewesen währe. Sie gab die Befehle direkt über ihre Gedanken an ihr Schiff. Sah, hörte und empfand durch die Sensoren, die über den gesamten Schlachtkreuzer verteilt waren. Ein kurzer Moment Schwarz und schon sah sie eine andere Sonne vor sich. Irgrus war das Nachbarsystem, ihrer Wahlheimat. Jetzt richtete sich ihr Schiff auf das, vom Agenten erhaltene, Ziel aus. Wenige Sekunden später war sie schon wieder von den blauen Strömen des Warps umgeben und landete in Mitten einer Schar Piratenschiffe, welche sofort begannen sie als Ziel aufzuschalten.

 

Sofort veränderte sich Nihis Wahrnehmung. Adrenalin schoss durch ihre Venen und Arterien. Die Dronen wurden aus ihrem Hangar gestartet und mit dem Befehl alles anzugreifen, was sie angriff, auf die Feinde losgelassen.

Aus der Masse an Fregatten lugte hin und wieder eine Cynabal heraus. Kruuls Schiff. Sofort schaltete die junge Brutor den Kreuzer auf und ließ ihre Artilleriekanonen donnern. Die erste Salve durchdrang die Schilde und riss erste Platten aus der Panzerung Der Schaden, den sie selbst abbekam, kompensierten die Schilde ihres Schiffes, ohne zu murren, wurden aber langsam auch schwächer.

Die zweite Salve aus ihren Geschützen und der Kreuzer ging in einem Feuerball auf.

Dann wurde das Vergnügungsparadies, das dieser Pirat passender weise „Pleasure Hub“ genannt hat, aufgeschalten und unter Feuer genommen.

Derweil arbeiten sich die Dronen durch die Schar an den verbliebenen Fregatten.

So langsam wurde das Schild doch knapp und Nihi überlegte kurz, ob sie ihre Energiespeicher belasten und den Shield-Booster zuschalten sollte.

Aber das große Leuchten vor ihr sagte ihr, dass sie ihn nicht mehr brauchen würde.

Sie ließ die Triebwerke wieder mit Vollschub laufen und glitt langsam durch die Leere auf die Ruinen des Hubs zu. Dort sah sie zwei Rettungskapseln. Schnell waren beide ihm Bauch ihres Schiffes verschwunden.

Sie richtete sich schon aus, als sie den Dronen den Befehl zur Rückkehr gab.

Warpgeschwindigkeit erreicht“, stellte sie für sich trocken fest, „Dronen im Hangar.“

Vor allem die letzte Feststellung war wichtig, bevor sie den Befehl zum Warpen gab. Sie konnte die ganzen Dronen, die sie so verloren hatte – zurückgelassen und ohne Verbindung zum Schiffscomputer – schon gar nicht mehr zählen.

Dann kam Nihi auch schon wieder am Sprungtor an und kehrte in ihr Heimatsystem zurück.

Das wohlbekannte Mütterchen strahlte auf die Außenhaut ihres Schiffes und ließ das rotbraune Metall schimmern.

Noch ein kurzer Warp zur Station und das übliche Andock-Prozedere. Dann wurde ihr POD wieder aus der Cyclone entfernt und das Monster erstarb wieder zu dem stummen Riesen.

 

Langsam öffneten sich die Augen der Kapselpilotin. Diese unendliche Leere in sich fühlend.

Licht schimmerte durch die Öffnung der Kapsel. Müde richtete sie sich auf und die Techniker griffen nach ihrem nackten, schleimigen Fleisch um sie zu stützen.

Das Aufwachen war das zweitschlimmste an den Kapseln. Dieses Gefühl von irgendetwas losgerissen zu werden. So in etwa muss es sich für ein Neugeborenes anfühlen, wenn die Nabelschnur, die physische Verbindung zum Leib der Mutter, durchtrennt wird.

Die Kabel wurden entfernt und die Kabelhaube wurde ihr abgenommen.

Mit zitternden Gliedern richtete sie sich auf, immer noch gestützt von den Technikern, und ging langsam in die Ecke mit der Dusche.

Heißes Wasser lief über Nihis Kopf, rann über Busen und Po und nahm die Flüssigkeit des PODs mit. Die Männer hatten mittlerweile den Raum verlassen und sind zum nächsten Kapselpiloten weitergegangen, sodass sie sich Zeit lassen konnte

Nachdem sie sauber war, zog sie sich wieder an und verlies den Raum.

 

Sie ging zu ihrem Hangar, in dem mittlerweile die beiden Rettungskapseln in die Luftschleuse gebracht worden waren. In der ersten saßen zehn etwas verunsicherte Männer mit Photoapparaten. Sie wirkten, als hätte ihre Mutter sie beim Masturbieren erwischt. Kleinlaut und schamerfüllt.

In der zweiten Kapsel kauerte einsam eine junge Frau. Die Kleider hingen in Fetzen zerrissen an ihrem Leib. Die Knie ans Kinn gezogen.

Hallo“, sagte Nihi mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen.

Hecktisch schnellte der Kopf der Kleinen, sie war etwa 21 Jahre alt – 9 Jahre jünger als Nihi selbst, hoch und sie musterte Nihi von oben bis unten. Die Panik wich aus ihrem Blick.

Hallo“, entgegnete sie den Gruß vorsichtig.

Die Kapselpilotin streckte ihr eine Hand entgegen, die sofort ergriffen wurde, und half der Kleinen aus der Rettungskapsel. Es war für Nihi ein seltsames Gefühl die Hand dieser Frau zu halten. Etwas war anders als sonst, wenn Kruul mal wieder ein Mädchen von der Straße entführt und in eines seiner Vergnügungszentren einschloss. Diese wurden dann im Allgemeinen Damsel in Distress genannt. Diesmal war es etwas ganz Anderes.

Die junge Frau war etwas kleiner als Nihi, die selbst nicht die Größte war, und vornehm schlank.

Mein Name ist Nihi Lismus“, stellte sie sich trocken, aber mit freundlicher Stimme vor, „Ich wurde von Ihren Eltern beauftragt Sie zu suchen und zu ihnen zurück zu bringen.“

Bei diesen Worten wurde der Druck der schmalen Hand stärker. Nihi blickte ihr in die Augen. Diese wunderschönen dunkelblauen Augen.

Was hier vor sich ging war neu für die Kapselpilotin. Nervosität machte sich in ihr breit.

Bitte bringen Sie mich nicht zurück zu meinen Eltern“, flehte die Frau.

Aber wo soll ich Sie sonst hinbringen? Haben Sie eine eigene Unterkunft?“, fragte Nihi. Die Frau senkte ihren Blick.

Nein, das nicht. Aber ich könnte doch bei Ihnen bleiben!“, schlug sie mit jugendlichen Naivität vor. Aus unbegreiflichen Gründen war Nihi kurz davor einfach „Ja“ zu sagen. Aber ihr Verstand schob dem einen Riegel vor. Das war so falsch, dass es schon wieder richtig schien. Aber es war immer noch falsch!

Ich kenne ja noch nicht einmal Ihren Namen Miss“, antwortete sie und ging, immer noch die junge Frau an der Hand haltend, in Richtung Agentenbüro.

Sophia Astarte“, antwortete sie schnell.

 

Als die beiden Frauen vor dem Büro des Agenten standen, ließ Nihi endlich die Hand von Miss Astarte los. Nur widerwillig entglitt diese ihrem Griff.

Die Tür öffnete sich und ein großgewachsener, dunkelhaariger Brutor kam ihnen entgegen, stieß beide auf die Seite und verschwand im Gang hinter ihnen. Dann wurde Miss Astarte von Nihi durch die Tür geschoben.

Hier ist unsere Damsel in Distress“, begann sie das Gespräch mit dem Agenten.

Dieser blickte kurz auf. Und tippte etwas auf einen Bildschirm.

Nehmen sie doch Platz, meine Damen“, sagte er und deutete auf drei Stühle vor ihnen.

Sie taten wie ihnen geheißen.

Wenige Augenblicke später kam ein Gallentepaar durch die Tür. Miss Astarte stand auf.

Hallo Papa. Hallo Mama“, sagte die junge Gallentefrau.

Was fällt dir ein, einfach von Zuhause weg zu laufen?“, fragte der Vater mit wuterfüllter Stimme holte aus. Es knallte laut, als seine Handfläche die Wange seiner Tochter traf. Die langen, dunkelblonden Haare wehten im Luftzug der Hand. Tränen kullerten ihre Wangen hinunter.

Nihi bekam schreckliche Schuldgefühle. War es wirklich das richtige, die junge Frau in die Hände dieser… Nein! Das war nicht ihre Angelegenheit! Das ging sie nichts an!

Die Kapselpilotin drehte sich noch eben zum Agenten um.

Die Missionsberichte reiche ich nach“, sagte sie kurz und stand auf, als ihr Gegenüber genickt hatte.

Warten Sie!“, hörte sie die Mutter rufen, als sie schon durch die Tür auf den Gang der Station hinaus ging. Nihi drehte sich nicht um.

 

 

Das Geld wurde auf ihr Konto überwiesen“, sagte der Agent.

Es war der selbe Mann, das selbe Büro, die selbe Nihi Lismus. Nur einige Wochen später.

Wieder wurde ihr eine neue Aktenmappe hingeschoben, deren Text wieder nur schnell überflogen wurde.

Warum bekommen wir ihn nicht endgültig?“, fragte sich Nihi, als sie wieder den Namen des Piraten „Kruul“ las.

Wieder hatte er ein junges Mädchen von der Straße aufgeschnappt und in eines seiner Vergnügungsparadiese gesteckt. Wieder eine Damsel in Distress.

 

Von der kalten Flüssigkeit und tonnenweiße Tritanium umschlossen bahnte sich die „Cane Jr. II“ ihren Weg durch den Warp.

Sie kannte den Aufbau dieser Verstecke mittlerweile nur zu gut. So überging sie die ganzen Fregatten und die einzelne Cynabal einfach und griff direkt den Hub an.

Wieder ein Leuchte und wieder waren es zwei Rettungskapseln, die im Frachtraum verschwanden.

Wieder Warp und weg.

 

Dieses Mal duschte Nihi nicht so ausgiebig. Gerade genug, dass kein Schleim mehr an ihr klebte. Man gewöhnt sich mit der Zeit immer mehr an das Verlassen des PODs.

Sie ging geradewegs in ihren Hangar wo wieder die beiden Kapseln standen.

In der ersten war ein alter mürrischer Hausmeister, der immer noch seinen Wischmopp in der Hand hielt und begann den Boden der Kapsel zu putzen. In der zweiten saß das Mädchen, welches gerettet werden musste.

Hallo. Mein Name ist Nihi Lismus“, stellte sie sich wieder trocken, aber mit freundlicher Stimme vor. Doch dieses mal stockte die abgehärtete Kapselpilotin, bevor sie erklären konnte, was ihr Auftrag war.

Hallo Miss Lismus“, sagte die Frau. Nihi wollte erst ihren eigenen Augen nicht trauen, bis sie die der Frau sah. Diese dunkelblauen Augen, die schimmerten wie zwei Saphire, kannte sie doch!

Miss Astarte“, Verwunderung schwang in Nihis Stimme mit.

Sie reichte der jungen Gallente mit einer Mischung aus Freude und Unwohlsein die Hand.

Ich habe Sie gesucht und dann hat mich dieser Pirat wieder erwischt“, erklärte sich Miss Astarte, „Ich dachte, Sie können mir mit meinen Eltern helfen.“

Die junge Frau griff nach der angebotenen Hand, zog sich daran aus der Kapsel und presste sich an die Brust der Kapselpilotin. Tränen liefen ihr die Wangen hinunter. Es war ein seltsames Gefühl die junge Frau zu spüren. Seltsam angenehm.

Kommen Sie mit“, sagte Nihi und führte sie aus dem Hangar.

Der Hausmeister war mit seiner Kapsel fertig und wischte nun den Boden der Schleuse.

Nihi führte Miss Astarte durch die Station in ihr Quartier. Dort setzte sich die junge Gallente auf das Bett.

Nun Miss Astarte“, begann die Kapselpilotin, wurde aber prompt von ihrer Gesprächspartnerin unterbrochen: „Bitte sagen Sie Sophia zu mir.“

Gut. Nihi“, entgegnete die das Angebot, „Nun Sophia. Welche Probleme hast du mit deinen Eltern. Und wie könnte ich dir dabei helfen?“

Nihi spürte ein seltsames Kribbeln in ihrem Bauch. Was zur Hölle tat sie hier gerade? Und warum mochte sie diese Frau so?

Ich halte den Druck nicht mehr aus, den meine Eltern mir machen. Aber wenn ich ihnen das sage, hören sie mir gar nicht zu“, erzählte Sophia. Die einzelnen Tränen waren mittlerweile zu einem regelrechten Bach angeschwollen. Nihi setzte sich nun neben sie auf das Bett und legte ihren Arm um die Schultern der jungen Frau.

Deine Eltern wollen eben das Beste für dich Sophia. Aber wenn es dir nicht zusagt, musst du es ihnen einfach immer wieder sagen“, erklärte Nihi, „Ich kann mich da nicht einmischen.“

Etwas trauriges schwang in ihrer Stimme mit. Sophia blickte ihr in die Augen und anscheinend fühlte sie auch diese Spannung, denn plötzlich näherten sie sich ungewollt und ihre Lippen berührten sich.

Sofort zuckte die junge Gallente zurück und wendete ihren Blick ab. Nihi war in einer Art Schockstarre verharrt.

Es tut mir leid“, wimmerte Sophia.

Nicht doch“, versuchte Nihi sie zu beruhigen. Die Minmatar spürte, wie ihr das Blut in den Kopf schoss.

Noch nie zuvor hatte sie eine andere Frau geküsst. Aber es fühlte sich gut an. Es fühlte sich richtig an.

Nihi glitt mit ihrer Hand durch das samtweiche Haar von Sophia, legte sie dann auf deren Wange und drehte ihren Kopf, dass sie wieder in ihre Augen blickte.

Was sollte dir denn leid tun?“, fragte die Kapselpilotin und näherte sich wieder. Sophia kam ihr zögernd entgegen. Und wieder berührten sich die Lippen der beiden Frauen. Diesmal inniger. Länger. Mit Gefühl.

 

Nihi trat durch die Tür des Agentenbüros. „Sie haben lange gebraucht, Miss Lismus“, begrüßte er sie, „Wo ist Miss Astarte?“

Nihi setzte sich nicht auf den angebotenen Stuhl.

Es tut mir leid, aber ich kann So… Miss Astarte nicht ihren Eltern übergeben. Es ist ihr Wille“, antwortete die Kapselpilotin. Der Gesichtsausdruck des Agenten veränderte sich schlagartig. Von einem wohlwollenden Lächeln in eine zornige Fratze, die jegliches Verständnis vermissen ließ.

Damit schaden Sie dem Ruf der gesamten Corporation!“, fuhr er die Minmatar an, „Wissen Sie eigentlich, wer der Vater dieses Mädchens ist? Er ist Richter des Obersten Gerichtshofes der Gallente-Föderation!“

Und selbst wenn er der Präsident persönlich währe“, entgegnete Nihi, „Es ist Miss Astartes persönlicher Wunsch, nicht wieder zu ihren Eltern zurückgebracht zu werden.“

Es dauerte einige wenige Momente, bis sich das Wutrot aus dem Gesicht des Agenten verzog. Nihi stand derweil mit eiserner Miene vor ihm und verschränkte die Arme.

Gut. Wenn die junge Dame das so wünscht“, sagte er schließlich und schnaufte, „Aber dann gilt die Mission für sie als gescheitert. Mit allen Konsequenzen!“

Danke“, sagte Nihi und drehte sich zur Tür, um zu gehen.

Sie hatten eine perfekte Quote“, sagte der Agent, als die Tür sich schon hinter Nihi zu schließen begann.

Im Laufschritt ließ sie Meter für Meter des Ganges hinter sich. Endlich an der Tür zu ihrem Quartier angekommen hielt sie kurz inne, um wieder zu Atem zu kommen.

Dann drückte sie auf den Knopf, die Tür glitt zur Seite und gab den Blick auf Sophia frei, die nackt auf ihrer beider Bett lag und lächelnd die Kapselpilotin erwartete.

Sie hatte die Beine angezogen und versteckte keck ihren Scham hinter ihren Schenkeln. Nihi streifte sich die Jacke ab und schlenderte auf Sophia zu.

Das kleine Fenster, dass einen Blick auf den Planeten erlaubte, um dessen Mond die Station kreiste, war immer noch beschlagen.

Die Tür schloss sich hinter Nihi.

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