EVE Online – Dust in the Wind (One Shot)

Prologue

 

Freyja klickte mehrere Fluxgranaten an das Webbing ihres Plattenträgers, überprüfte die Clips in ihrer Forge Gun und schnallte sie auf den Rücken.

Kira zog an ihrer Zigarette und blickte sie an.

 

“Kleinere Kaliber hast du wohl nicht?”

 

Freyja ignorierte sie und legte weiter ihre Ausrüstung an. Schließlich wandte sie sich Kira zu.

 

“Das ist eine bescheuerte Idee.”

 

Kira betrachtete die vor der Panoramascheibe vorbeidriftenden Schiffe und seufzte.

 

“Ich weiss.”

 

 

 

 

Act I

“Ride of the Valkyries”

 

Schwette blickte zur Seite. Durch die Seitenverglasung seines Fighters konnte er Anus sehen, der grimmig dreinblickte. Er griff an die Comms.

 

“Verdammtes Katapult, was?”

 

“Als würdest du einen Hamster per Rohrpost verschicken.”

 

“Funkdisziplin!”

 

Kira klang angespannt.

 

“Leshrac, Magnetschienen laden!”

 

“Nicht vergessen, sobald wir den inneren Perimeter durchbrochen haben, stellt ihr die Fighter auf Automatik und steigt aus.”

 

Anus grunzte.

 

“Weltraumsprung. Toll. So verbring …”

 

Die hohen G-Kräfte pressten ihn in den Sitz und sechs kompakte Jäger schossen aus den Katapult-Rampen des Trägers.

 

 

 

Act II

“Dust in the Wind”

 

Kira hustete und klopfte sich Staub aus den Ritzen ihres Anzugs. Sie kniff die Augen zusammen und blickte sich um. Alles war in ein intensives Orange getaucht. Ein paar dutzend Meter weiter kippte Schwette Sand aus seinem Helm.

 

Sie griff an die Comms.

 

„Alles klar, Leute? Positionen?“

 

„Auf dem Hügel. Kovalski ist ebenfalls hier.“

 

Kira drehte sich um und sah in einiger Entfernung Karas Silhouette und ihr rotes Haar, das, von untergehenden Sonne beleuchtet, weithin sichtbar schimmerte.

 

„Freyja, Anus?“

 

Im Kanal knirschte und zirpte es.

 

„Einen Moment, bestimme Postion.“

 

„Wir wurden vom Jetstream abgetrieben und sind 4 und 5 Klicks weit von eurer Position. Ich werde Anus unterwegs auflesen, wir treffen uns am Waypoint.“

 

Anus brummte zustimmend in den Funk.

 

 

Scene 2

 “Interloper”

 

Der Söldner schlug Freyja ins Gesicht. Noch mehr Blut sickerte aus ihren Mundwinkeln.

 

Er brüllte.

 

„Los, machs Maul auf! Wer hat euch geschickt?“

 

Er schlug wieder zu. Freyjas Kopf fiel zur Seite. Sie stöhnte auf.

 

„Was seit ihr, Caldari Intelligence?“

 

Freyja blickte hoch und bleckte die Zähne. Das Weiß bildete einen deutlichen Kontrast zum Blut, dass dazwischen entlang floss.

 

„Seh ich aus als wär’ ich Caldari?“

 

Sie hob den Kopf und deutete in die Richtung von Anus, der ein Stück weiter ebenfalls an einen Stuhl gefesselt war.

 

„Und der hier hat sicher nichts mit Intelligenz zu tun.“

 

Anus murrte und Freyja lachte den Sölder aus. Sein Kopf lief rot an und er streckte seine Hand zu seinem Kumpanen aus.

 

„Her mit dem E…“

 

Ein geleissender Blitz, gefolgt von einem Knall, durchzuckte den Raum.

 

Frejya blinzelte, als sich die Kette löste. Wie durch einen Schleier sah sie Kiras grinsendes Gesicht vor sich auftauchen.

 

„Du hast schon mal besser ausgesehen.“

 

„Gar nicht wahr!“

 

Freyja griff nach einer Kartusche und drückte sie gegen ihren Arm. Ein Zischen war zu hören. Die Verletzungen in ihrem Gesicht verschwanden langsam.

 

Sie schüttelte sich.

 

„Nanobots. Ich hasse die kleinen Biester.“

 

 

 

Scene 3

 “Cry Baby, Cry”

 

“Alles bereit?”

 

“Kann losgehen.”

 

Kira grinste breit.

 

“Mann, die werden ganz schön angepisst sein, wenn sie die Quafe-Dose finden.”

 

Schwette runzelte die Stirn.

 

“Ich hoffe wir sind dann schon längst von dieser Kugel runter.”

 

Anus nieste und wischte sich mit dem Handrücken über die Nase. Kara drückte einen Knopf.

 

Aus der Ferne drang der Klang von Sirenen zu ihnen.

 

 

 

Scene 4

 “Band of Brothers”

 

Kara ließ die letzte Magnetmine an das massive Aussenschott schnappen.

 

“Schwette, ist das Dämpfungsfeld so weit?”

 

“Alle Emitter bereit.”

 

Kira rieb die Hände aneinander, nahm Haltung an und räusperte sich.

 

“Vom heutigen Tag an, bis zum Ende dieser Welt, möge man sich an uns erinnern. An uns wenige, uns glückliche wenige, uns, diese Schar von Banditen, denn wer heute …”

 

Kovalski fiel ihr ins Wort.

 

“Das ist von will.i.am, nicht?”

 

Freyja rollte die Augen und aktivierte den Timer.

 

Ein Feuerball erschien vor ihnen. Das Schott riss und bog sich in das Gebäude.

 

Anus kratzte sich am Hintern. Kein Laut war zu hören.

 

 

Scene 5

 “Alone in the Dark”

 

In dem Moment, in dem sie die kleine Gruppe im Begriff war, die Anlage zu betreten, knackte es in den Comms.

 

“Ahemm Leute, ich fürchte ihr habt einen stillen Alarm ausgelöst. Laut meinen Sensoren sind die Nullkanonen gerade online gekommen. Evac ist nicht mehr drin, ihr müsst einen anderen Weg finden, da weg zu kommen.”

 

Kira fluchte.

 

“Kovalski, du führst uns rein, du kennst den Aufbau. Kara, Schwette, ihr bleibt draussen und versucht, etwas zu lokalisieren, das fliegen kann. Aber macht schnell, wir haben höchstens 10 ticks, bis die Mercs hier antanzen. Abmarsch!”

 

Sie setzten sich in Bewegung.

 

Im Inneren der Kloneinrichtung lief ambiotische Flüssigkeit über den Boden und grün flackerndes Licht erhellte die Räume. Viele der Klonkammern waren durch herumfliegende Trümmerteile aufgerissen worden und zuckende Körperteile unfertiger Klone hingen heraus.

 

“Da hinten.”

 

Kovalski zeigte zu einem beleuchteten Regalsystem am Ende eines Ganges.

 

“Los Leute, packt ein was ihr könnt und dann raus hier!”

 

“Lebenszeichen, hinter diesem Schott. Definitv keiner von den Klonen. Ich mach mal auf.”

 

Freyja aktivierte ihr Omnitool und die anderen brachten ihre Waffen in Anschlag. Das Schott setzte sich in Bewegung.

 

Anus atmete scharf ein.

 

 

 

Act III

“I can wire anything directly into anything! I’m the Professor!”

 

An einem Tisch saß, über ein Mikroskop gebeugt, ein alter Mann in weissem Kittel und Pantoffeln.

 

Anus drehte sich entgeistert zu Kira.

 

“Ist das der, von dem ich denke, dass er es ist?”

 

Sie nickte.

 

“Professor!”

 

Der Mann sie durch dicke Brillengläser an.

 

Er krächtzte.

 

“Wer bist du denn?”

 

Kira stöhnte.

 

“Kovalski, Freyja! Los, schnappt ihn euch, wir können ihn hier nicht zurücklassen.”

 

Draussen wartete Kara.

 

“Wir haben eine verrostete Primae gefunden, sie hat Merc F.O.F. Signatur, aber wir bekommen keinen Steuerzugriff.”

 

„Eine gute Nachricht, Freunde!“

 

Der Professor war plötzlich aufgesprungen und zog den Hosenbund hoch.

 

“Bringt mich zum Schiff!”

 

Kurze Zeit später hantierte der Professor an den Innereien einer Konsole und die Schiffssysteme begannen hochzufahren.

 

Kira ließ sich in den Pilotensitz fallen.

“Also gut, raus hier.”

 

 

 

Epilogue

 

“Und was wirst du jetzt machen?”

 

Freyja blickte zu Kira.

 

Sie starrte aus dem Panoramafenster.

 

“Gute Frage. Der Professor kam definitiv unerwartet.”

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