DSA – Prolog einer Heldin

 

Es war in einer kalten Nacht im Monat des Tsa, am Fuße der Koschberge. Schnee lag auf den Dächern der Bauernhöfe und der Wind blies durch das Tal. Nur in der kleinen Dorftaverne war noch Licht und Rauch stieg aus dem Schornstein. Es waren nur wenige Leute im Gastraum und die Tochter des Wirtes, Jule , bediente die wenigen Gäste. Viele waren aus dem Dorfe und jeder kannte sich gut, nur ein Barde hatte sich fernab der Wege in die Taverne verirrt. Er sang über Helden und erzählte Sagen von fernen Orten, berichtet über Orks und Elfen. Jule lauscht gespannt dem jungen Barden und war ganz verzaubert von den Geschichten über Helden, Drachen und Schätzen. Aber nicht nur sie war verzaubert, auch der Barde hatte an den langen weißblonden Haaren, den blauen Augen und den weiblichen Kurven Gefallen gefunden.

Es sollte aber nicht lange dauern, da hörte man schwere stapfende Schritte vor der Holztür und einen Augenblick später flog diese auf. Eine Gestallt stand in der Tür, halb im dunkeln halb im Licht. Blut ran aus einer Wunde auf der Seite des Bauches. Die Gestallt kam näher zum Feuer im Kamin, und sein Gesicht wurde erkennbar. Es war ein Mensch, mit braunem Haar. Er sank auf seine Knie und stammelt unverständliche Worte einer fremden Sprache. Erschrocken sprangen einige der Gäste von ihren Stühlen auf, dem Barden fiel die Laute aus den Händen, und Jule verschüttet den Krug mit Bier. Der Fremde zog ein Buch unter seinem Leder Harnisch hervor und streckte es den Leuten entgegen. Alle schienen wie erstarrt zu sein, und blickten den Fremden an. Blut rann aus seinem Mund und wenige Atemzüge später wurde er bleicher als der Schnee vor der Tür. Sein Leben entwich aus Ihm, er sank in sich zusammen und das Buch was er in Händen hielt viel auf dem Boden.

Der Wirt, Jules Vater eilte zu der Tür, schlöss sie und verriegelt diese. Die anderen Gäste gingen langsam auf den Leichnam zu und stellten sich um diesen auf. Aufgeregt unterhielten sich die Dorfeinwohner wer dieser man bloß sein könnte und von woher er kommt. Keiner beachtet das Buch was der Mann fallen gelassen hat, nur Jule nahm es und schlug es auf. Sie überflog die Seiten und sah Zeichnungen und Schriften in einer fremden Sprach. Sie konnte nur schlecht lesen, aber sie wusste das diese Schriften nicht in ihrer Muttersprache verfasst wurden. Schnell klappte sie das Buch wieder zu und versteckte es in ihrem Kleid. Keiner beachteten Jule, sie waren allen viel zu beschäftigt um Mutmaßungen anzustellen und einige Zeit  versammelte sich das gesamte Dorf. Schnell war beschlossen das ein Kurier nach Wengenholm entsandt werden musste um diese Vorkommnisse zu melden und aufzuklären. Aber keiner der Gäste erinnerte sich an das Buch.

Am darauf folgenden Tag verfolgt man die Spuren, aber dies brachte nicht den gewünschten Erfolg. Die Spuren verloren sich im Schnee. Auch der Fremde selber trug nichts bei sich um das Rätsel zu lösen. Jule aber dachte an diesem Tag nicht mehr an das Buch, da sie beschäftigt war das Blut aus dem Boden zu schrubben, sich um ihre Geschwister zu kümmern und die Tiere zu versorgen. Am Abend half sie dann ihrem Vater wieder bei der Ausschank in der Taverne.

Tage später trafen Reiter aus Hesindelburg in dem kleinem Dorf ein. Es waren Soldaten und ein Hauptmann, die den Ereignissen nachgingen. Aber es waren schon zu viele Tage vergangen um noch nachzuvollziehen was geschehen war. Man bestattet den Fremden. Wochen vergingen und das Buch des Fremden schlummerte unter den Gewändern von Jule in ihrer Truhe, bei Ihrem Bett. Als der Frühling in das Land Einzug hielt und es Wärmer wurde, bereitet Jule ihr Gewänder vor um diese zu Waschen, dabei entdeckte sie das Buch wieder. Der Einband war immer noch blutig. Sie betrachtet die Seiten und Zeichnungen. Stunden verging und ihr Vater betrat den Schlafraum von ihr und ihren Geschwistern und fragte wütet wo sie den nicht bleibe, um die Gewänder zu waschen und reinigen. Er jetzt erblickte er das Buch und riss es ihr aus den Händen. Ungläubig blickte er die Seiten an und fragte wütend wo sie dieses Buch wohl her hatte.

Jule blickte verängstig auf das Buch, erst nach weiterem drängen erzählt sie ihm das sie es von dem Fremden hatte. Ihr Vater wurde Kreidebleich und holte schon aus, aber er besonnte sich. Er befahl ihr mitzukommen und mit ihm nach Wengenholm zu gehen, zu dem dort lebenden Borons Priester. Dieser würde sicher wissen was in diesem Buch stehen würde. Wengenholm war nur wenige Stunden Fußmarsch entfernt.

Dort angekommen schilderte ihr Vater dem Priester die Vorkommnisse und übergab ihn das Buch. Der Priester trat an Jule heran und befragte sie über das Buch und ob sie diese Schrift lesen könne. Sie erzählt die Vorkommisse aus ihrer Sicht und berichtet über die Zeichnungen aus dem Buch. Der Priester konnte ihren Durst nach Wissen ihn ihren Augen sehen. Der Priester dachte kurz nach und bat Jule vor der Tür zu warten. Es verging eine Stunde wo der Priester mit ihrem Vater sprach und zu ihm sagt dass sie zu größerem befohlen sei und es kein zufall gewesen sei das genau sie dieses Buch an sich genommen hätte. Nur wiederwillig stimmte der Vater dem Priester zu.

Nachdem sie die wichtigsten Habseligkeiten von ihrem alten Zuhause zusammengepackt hatte, verabschiedete sie sich von Familie und dem Dorf und wohnte von nun an in Wengenholm. Der Borons Priester lehrte ihr das Lesen, Schreiben, Rechnen und zeigte ihr auch den Umgang mit Waffen. Auch erfuhr sie mehr über Aventurien und über die Zwölfgötter. Im Gegenzug kochte sie, wusch die Wäsche und versorgte die Tiere. Aber nach einigen Monaten wollte sie nach dem gelernten noch mehr von der Welt sehen. Mehr von den fernen Ländern und großen Städten. Mehr von allem.  Der Priester merkte das er Jule Winterstille nichts mehr beibringen konnte und beschloss mit ihr nach Greifenfurt zu reisen.

Auf der Reise entlang der Reichsstraße kamen sie an vielen Siedlungen und Dörfern vorbei und meist wurden sie von den Menschen freudig empfangen. In einigen aber wurden sie skeptisch empfangen und teils sogar teilweise unerwünscht. Es waren viele Reisende auf der Reichsstraße unterwegs. Zu Fuß, zu Pferd und nicht selten sah man ein Gespann auf der gepflasterten Straße.  Meist fanden sie am Abend eine Taverne wo sie einkehrten, dort lauschten die Beiden oft  den Geschichten von Reisenden. Auch begegnete Jule zum ersten Mal, in ihrem Jungen Leben einem Zwerg. Viel konnte sie aber diesem Volk nicht abgewinnen. Meist waren die wenige Zwerge, diese sie sah auf ihrer Reise, schon am Abend vollgetrunken und prahlten von großen Schlachten.

Auch lehrte ihr der Priester auf der Reise, einige Segnungen und auf was sie zu achten habe wenn diese gewirkt werden. Und als Jule zum ersten Mal, eine Segnung wirkte, fühlte sie sich wie von einer „Göttlichen“ Macht gestreift.

Am letzen Abend ihrer Reis, kurz vor Greifenfurt erzählte sie dem Priester, dass ihr wünsch es wäre immerfort zu reisen um neue Menschen, Elfen, und Zwerge und Länder zu sehen. Besorgt sah der Priester sie an, im wissen das sie einen weiten Weg vor sich hatte. Er gab ihr das Buch und sagte sie möge den Weg des Aves einschlagen. Und das dieses Buch wenn sie diese Schrift einmal lesen könne, sie durch ganz Aventurien führen wird.

Am darauffolgenden Tag erreichten sie Greifenfurt, und wenige Stunden später betrat sie den Aves Tempel. In den darauffolgenden zwei Jahren tauschte sie ihre anfangs einfach  Reisekleidung, gegen festeres Schuhwerk, wetterfeste Kleidung, und einem Wollumhang der mit einem Golden Zugvogel bestickt war. Auch Trug sie nun farbige Bänder in ihrem Haar. Während ihre Ausbildung reiste sie zu den großen Städten Aventuriens und lernte neu Sprachen, darunter auch die Sprache der ersten Siedler. Aber die Sprache des Buches blieb ihr verborgen.  Auch ihr Körper veränderte sich nun immer mehr. Ihr Brüste wurde großer und ihre Figur wurde weiblicher und das süße verlangen wurde immer stärker. Aber sie blieb beständig und es blieb immer nur bei Küssen und sanften Berührungen mit anderen.

Hin und wieder verlor sie Gedanken an ihr früheres Leben, an ihrem Vater  an ihre Geschwister, an den Jungen Barden, und wer wohl der Fremde war.

Auch waren die Reisen auf die sich begab, nicht immer ungefährlich. Stürme, Gewitter, starker Regen, sengende Hitze, alles war dabei was das Wetter zu bieten hatte. Ein Dieb versuchte sie zu berauben, aber sie wehrte ihn geschickt mit ihrem Stab ab und schlug ihn bewusstlos. Aber sie tötete ihn nicht, sondern fesselte ihn, band ihm um einen Baum und schrieb „Dieb“ auf seiner Stirn, mit einem Stück Kohle.  Auch bekam sie ein Pferd, dafür dass sie einem Adeligen abseits der Straße geholfen hat, als dieser von herabfallen Ast, bei einem Gewitter, beinahe erschlagen wurde. Sie half ihn aus der seiner mißlichen Lage und versorgte sein Verletzungen und geleitet ihn zurück zu seinem Anwesen.

Aber sie bliebt nirgendwo lange und daher brach Jule nach einigen Tagen, mit ihrem neuen Pferd, wieder auf.

Und so reiste sie Weiter , …..

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